Janine Tuma


Was ich sonst so mache

Donnerstag, 22. November 2007
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Das in der Mitte ist Joschi. Mit ihm teile ich seit sechseinhalb Jahren meine Wohnung. Er ist ein sehr genügsamer Mitbewohner und braucht nicht viel außer jede Menge Futter und einige Streicheleinheiten.
Bevor wir zusammenzogen hat Joschi auf der Straße gelebt. Er kann in seinen jungen Jahren schon auf ein wildes, ereignisreiches Leben zurückschauen. Die Erfahrungen auf der Straße haben ihn gezeichnet aber nicht hart gemacht. Mit seiner Krankheit (er ist FIV positiv) kommt er gut zurecht, und auch die fehlenden Zähne sind kein Grund für ihn ins Gras zu beißen.
Nach zwei diabetischen Schüben, während derer er sich täglich zwei Insulinspritzen geben und mehrmals am Tag seinen Blutzucker kontrollieren musste, ist er so fidel wie nie zuvor. Die chronische Niereninsuffizienz merkt man ihm nur an, wenn er mal wieder einen über den Durst getrunken hat. Aber er ist keiner, der ständig und überall über seine Krankheiten redet.
Er nimmt seine Leben wie sie kommen und ist einverstanden mit jeder Aufgabe, die sie ihm stellen. Ein Leben hat er noch, und ich hoffe, dass es lange dauern wird.

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Samstag, 10. November 2007
I'm a creep


Habe heute mindestens zwei Stunden Gitarre gespielt bzw. versucht, Gitarre zu spielen. Ich habe jetzt rote, geschwollene, schmerzende und total taube Fingerkuppen an der linken Hand. Es kommt nicht oft vor, dass ich Gitarre zu spielen versuche. Aber wenn ich versuche zu spielen, dann richtig. Am Ende hat es sich fast ein bisschen besser angehört als am Anfang. Ich dachte, "Creep" von Radiohead wird schon nicht so schwer sein, aber auch, wenn es nicht viele Akkorde hat, hat es dieses Lied ganz schön in sich.
Meine Gitarre heißt Maxl. Maxl ist eine ostdeutsche und keine österreichische Gitarre und wohnt jetzt bei mir im Wedding. Ich habe ihn von der Feundin des besten Freundes meines Freundes geschenkt bekommen. Als ich meinem Freund stolz die Gitarre zeigte und sagte, dass ich jetzt eine Gitarre habe, sagte mein Freund, dass das seine Gitarre sei. Er habe sie damals seinem besten Freund und der dann wohl seiner Freundin geschenkt. Das war in Leipzig. 
Wenn ich morgen noch ein bisschen Gefühl in meinen Fingerkuppen habe, dann übe ich "I am from Austria" von Rainhard Fendrich.

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